Ausgangssituation und Projektauftrag
Plattformen wie Uber oder Lieferando führen durch ihren disruptiven Charakter zu völlig neuen Geschäftsmodellen. Hierbei stehen zwar die Produkte oder Dienstleistungen weiterhin im Mittelpunkt, aber der Verbreitungskanal wird digitalisiert. Derjenige, der ein klassisches Geschäftsmodell sinnvoll zu einer digitalen Plattform wandeln kann, gewinnt – selbst ohne geschäftsbezogenes Know-how zu besitzen. Die MT AG unterstützte den Kunden Redooo erfolgreich bei der Planung und Entwicklung einer solchen Plattform.

Mit Redooo, einer digitalen Entsorgungsplattform, werden Entsorgungsunternehmen mit Privat- und Gewerbekunden vernetzt. So können Privatpersonen oder Profis direkt von der Baustelle sowohl über die Webseite als auch über eine App die Entsorgung ihres Schutts und Abfalls bestellen und können sich auf ihr eigentliches Projekt fokussieren. Registrierte Entsorgungspartner übernehmen die Abholung und profitieren so von zusätzlichen Kundenaufträgen.

Vorgehen im Projekt
Die mobile Redooo-App sowie die Webanwendung wurden von der MT AG innerhalb von 6 Monaten entwickelt. Dabei wurde vollständig agil vorgegangen. Zur besseren Veranschaulichung der Nutzerbedürfnisse wurde der gesamte Bestellprozess eines Containers mittels Story Mapping abgebildet. Damit wurde eine optimale Kommunikation aller Projektbeteiligten sicher gestellt und eine kontextbezogene Basis für die Entwickler geschaffen.

Projektergebnisse und Ausblick
Die Entsorgungsplattform läuft auf einer Azure Cloud, in welcher eine vollständig automatisierte CI-Kette mit Gitlab installiert wurde. Vom ersten Code über diverse Testprozeduren bis hin zum Produktivsystem kann ein lauffähiges System quasi per Knopfdruck erzeugt werden. Ohne
dieses vollständig automatisierte Vorgehen wäre eine Liveschaltung innerhalb so kurzer Zeit nicht machbar gewesen. Mehrmals täglich wurden neue Features final getestet und abgenommen. Sobald eines der Features fertig war, ging dieses in Produktion.

Um Anforderungen wie hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu gewährleisten, eignet sich eine monolithische Struktur heute nicht mehr. Daher setzt die MT AG auf ein zukunftsfähiges Architekturkonzept mit Microservices. Hierbei werden einzelne Vorgänge wie die
Bestellung eines Containers als Service definiert. Jeder dieser Services ist in einem Docker-Container untergebracht. Ein Kubernetes-Cluster verwaltet alle Docker-Container. Ist ein Container nicht erreichbar, startet der Cluster automatisch eine neue Instanz. So ist eine
hohe Verfügbarkeit gewährleistet. Außerdem können immer wieder Services hinzugefügt und heruntergefahren werden, sodass eine starke Flexibilität und Skalierbarkeit gegeben ist. Die Architektur ist so aufgebaut, dass sich Sender und Empfänger nicht mehr gegenseitig
kennen müssen. Die einzelnen Services kommunizieren über Apache Kafka, was die Komplexität verringert. Außerdem führt die Entkopplung der Services dazu, dass diese unterschiedlich schnell arbeiten können und der Gesamtcluster skalierbarer wird.

Die verteilte Architektur des Systems erfordert ein entsprechendes Monitoring. Klassisches Monitoring bezieht sich auf die Files und Applikationen auf einem festen Server. In der Kubernetes-Welt betrachtet man jedoch die Services in Containern auf beliebigen Hosts. Die
Container können jederzeit auf einem anderen Host neu gestartet werden. Deshalb nutzt die MT AG in diesem Projekt die Applikationen Prometheus und Grafana. Mithilfe von Prometheus werden die Metriken des Clusters gespeichert, während Grafana für die Visualisierung
und das Auslösen von Alerts zuständig ist. Die wichtigsten Funktionen der Anwendungen werden regelmäßig automatisiert durchlaufen, um die ständige Verfügbarkeit und Funktionalität zu prüfen.

Christoph Haub, Geschäftsführer von Redooo, erklärt: „Die Zukunft ist digital, das gilt auch für die Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. Mit der MT AG konnten wir ein innovatives Unternehmen gewinnen, das unsere Vorstellung bei der Einrichtung des Backoffice-Systems und der Entwicklung der Smartphone-App so umsetzt, wie wir es uns wünschen. Gemeinsam mit weiteren spezialisierten Partnern haben wir eine Online-Plattform geschaffen, die in der Entsorgungsbranche neue Maßstäbe setzt. Darauf können alle beteiligten Unternehmen mit Fug und Recht stolz sein.“

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