Anfang 2000 habe ich mich beim Programmieren immer wieder dabei erwischt, den selben Programm-Code für triviale Anforderungen zu schreiben. Recht schnell kommt man auf den Gedanken, einen Generator zu bauen. Der Code lässt sich damit zwar bequem generieren, dafür sind Anpassungen nur auf Code-Ebene möglich.

Low-Code Plattformen gehen einen bedeutenden Schritt weiter: Man arbeitet nicht mehr überwiegend auf Code-Ebene, sondern erledigt einfache Anforderungen wie z.B. die Bearbeitung oder Auswertung von Daten meist deklarativ. Einige Low-Code Plattformen, wie z.B. OutSystems, haben nicht nur den Fokus auf die Geschwindigkeit bei der Entwicklung, sondern decken auch Themen wie „Versionierung“ oder „Deployment“ ab und reduzieren damit zusätzlich die benötigte Zeit, bis eine Applikation produktiv verwendet werden kann.

APEX, OutSystems oder VisionX?

Welche Low-Code Plattform setzt man nun ein? Verschiedene Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Primär würde ich zwischen Aufgabe, Gegebenheiten und Preis unterscheiden. Hier einige Beispiele zum Faktor Aufgabe: Wenn Daten in einer Oracle Datenbank über eine Weboberfläche angezeigt werden sollen, dann spricht für diese Aufgabe vieles für den Einsatz von Oracle Application Express (APEX). Ist offline Fähigkeit für eine mobile App ein Thema oder müssen komplexe Prozesse modelliert werden, dann sollte man sich OutSystems näher anschauen. Braucht man dagegen auch eine Client-Anwendung, dann wäre man bei VisionX. Man sieht: „one size fits all“ gibt es nicht bei den Low-Code Plattformen.

Dies gilt auch für die Bewertungskategorie Gegebenheiten. Welche Kompetenzen haben die Entwickler im Team? Sind sie eher Java-lastig? Meist suchen Java Entwickler zwar eine erhöhte Produktivität, aber nur wenn der Zugriff auf Code-Ebene weiterhin gewährleistet ist. Hierfür ist VisionX das geeignete Tool. Ehemalige Forms-Entwickler werden sich hingegen mit APEX eher wohl fühlen, da wir hier bei Customizing mit PL/SQL unterwegs sind. OutSystems möchte so viel wie möglich ohne Custom-Code zurechtkommen, der Programm-Code, meist .Net Code, wird sogar erst auf dem Server erstellt. Die Definition der Anwendung wird durch den Entwickler über eine Client-Applikation bestimmt. Ein sogenannter Business-Entwickler wird sich in diesem Umfeld schnell zurechtfinden um einfache Aufgaben zu erledigen. Programmatisch ist man nur dann unterwegs, wenn zusätzliche Komponenten entwickelt werden müssen, die nicht bereits durch die Community bereitgestellt wurden.

Preislich ist VisionX mit Sicherheit attraktiv, da nur pro Entwickler lizenziert werden muss.  APEX kann sogar sowohl in der Oracle Cloud, als auch on-premises mit der Express Edition, effektiv mit bis zu 12 GB an Daten kostenlos produktiv verwendet werden. Wer einmal eine Oracle Datenbank Lizenz hat, braucht gar nichts weiter zu zahlen und kann sofort ohne Einschränkung mit APEX loslegen. OutSystems verlangt eine ordentliche, jährlich wiederkehrende Gebühr und ist mit Sicherheit nicht preiswert, wenn nur eine kleine Anwendung für einzelne Endanwender zu entwickeln ist. Dagegen ist OutSystems funktional sehr umfangreich und gerade deshalb für ein größeres Vorhaben besser geeignet.

Weitere Informationen über die genannte Low-Code Plattformen findet man hier:

Oracle Application Express – apex.oracle.com
OutSystems – www.outsystems.com
SIB Visions VisionX – https://visionx.sibvisions.com

Weitere empfehlenswerte Lektüre über Low-Code:
https://www.mt-ag.com/lowcode
https://www.informatik-aktuell.de/entwicklung/programmiersprachen/low-code-development-plattform.html
https://www.heise.de/developer/artikel/Low-Code-Low-Quality-4134288.html

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