Trittbrettfahren – oder „soziales Faulenzen“, wie es in der Sozialpsychologie heißt – meint, dass Mitarbeiter*innen in einer Gruppe weniger leisten als sie es alleine würden. In Projekten kann das zu einem großen Problem werden. Die zu bewältigenden Aufgaben und die Erarbeitung von Lösungen sind in der Regel darauf ausgelegt, sie gemeinsam zu erledigen. Obwohl wir wissen, dass wir aufeinander angewiesen sind, überwiegt manchmal der Frust über die Untätigkeit der anderen. In diesem Beitrag beleuchte ich den Umgang mit Trittbrettfahrer*innen – und welche Rolle agile Methoden in einer modernen Teamstruktur spielen.

Die Welt, in der wir leben, ist auch bekannt als VUCA-Welt. Sie zeichnet sich durch eine hohe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität aus. Durch sich ständig ändernde Bedingungen reicht das individuelle Fachwissen meist nicht aus, um alle relevanten Faktoren zu identifizieren, Risiken richtig einzuschätzen und abzuwenden. Für den Projekterfolg ist es jedoch essenziell, verschiedene Perspektiven zu kombinieren.

Alle für einen? Positive Team-Kultur als Schlüssel für Geschäftserfolg

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich eine Person auf den Leistungen der Gruppe ausruht. Stellen wir uns ein Spannungsfeld vor: Sowohl das Individuum als auch die Gruppe bringen objektive und subjektive Faktoren mit, die zu Trittbrettfahren führen können. Zunächst geht es um das persönliche Erleben, um die Motivation, sich an der Gruppenarbeit zu beteiligen, aber auch um die emotionale Verbundenheit zur Gruppe und dem Unternehmen. Auch die individuelle Work-Life-Balance spielt eine Rolle. Dann gibt es die persönlichen Fähigkeiten. Diese beschreiben, ob ein*e Mitarbeiter*in das richtige Wissen und die richtige Erfahrung mitbringt, sich an der Leistung der Gruppe beteiligen zu können. Auch soziale Fähigkeiten können ein Grund sein, warum sich jemand nicht oder wenig einbringen. Darüber hinaus geht es im Rahmen von Kultur um Kommunikation, implizite Botschaften und Rituale in der Gruppe. Schließlich können unter dem System Facetten wie eine offizielle Hierarchie, die Definition von Zielen und funktionierende Tools zusammengefasst werden. Das heißt, um Trittbrettfahren zu vermindern (vlt. besser „vermeiden“?), braucht es eine Kombination aus: „ich will“, „ich kann“, „ich soll“ und „ich darf“.

Zusammengefasst sind die Gründe für Trittbrettfahren vielfältig. In jedem Team ist die Kombination und Gewichtung der genannten Faktoren anders ausgeprägt. In der Praxis funktioniert nicht jedes Team gleich. Hier setzt unser Angebot im Rahmen von Agile Coaching an. Wir helfen Ungleichgewicht bzw. Trittbrettfahren zu erkennen und dies entsprechend zu vermindern.

Mit Agile Coaching gegen Trittbrettfahren

Um Trittbrettfahren zu verringern, sind soziale Beziehungen, Kommunikation und Vertrauen im agilen Projektalltag enorm wichtig. Sie sind der Klebstoff im Team und sorgen dafür, dass alle ihre Informationen bereitwillig teilen, auf Risiken aufmerksam machen und gemeinsam an einer Lösung arbeiten wollen. Im Agile Coaching bauen wir systematisch Vertrauen innerhalb des Teams auf und stärken die Zusammenarbeit. Wir schaffen einen Austausch auf Augenhöhe im Team und fördern Konsens über Qualitätsstandards.

Durch das aufgebaute Vertrauen können wir auf verschiedene Weise Transparenz über Aufgaben und Prozesse schaffen. Hier gibt zum Beispiel das Cynefin Framework erste Anhaltspunkte, um abzuschätzen zu welcher Situation welches Vorgehen passt. Im weiteren Verlauf könnte unter anderem Event Storming zum Einsatz kommen. Diese agile Methode hilft dabei, alle Prozesse zu visualisieren und das aktuelle Vorgehen zu optimieren. Am Beispiel von Trittbrettfahren wird deutlich, wie mittels Agile Coaching ein Ungleichgewicht innerhalb eines Teams erkannt und adressiert werden kann, sodass am Ende des Agile Coaching das ganze Team wieder mit Leidenschaft produktiv sein kann.

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